Empfang
auf Kurzwelle
Die Kurzwelle hat den großen Vorteil,
dass sie Übertragungen über
sehr große Entfernungen
ermöglicht. Im Prinzip sogar weltweit,
weil die Signale von einer der oberen
Schichten der
Atmosphäre reflektiert werden und
quasi im Ping-Pong zur Erde zurück
gelangen.
In Westeuropa hat sich seit den 1970er-Jahren
eine Free-Radio-Szene herausgebildet,
die
vor allem am Wochenende aktiv ist. Zum
Empfang bedarf es keiner besonders aufwändigen
Ausrüstung. Zumindest für die stärkeren
Stationen genügt in der Regel ein preisgünstiger
Weltempfänger samt eingebautem Teleskopstab.
Empfehlenswert ist aber eine Außenantenne,
am besten eine, die auf den gewünschten
Empfangsbereich abgestimmt ist, wie etwa
ein
Halbwellen-Dipol fürs 48-m-Band. Da die
meisten oder zumindest die interessantesten
Signale
eher schwächlich einfallen, sollte der
Empfänger möglichst trennscharf sein.
Der Nachteil an der Kurzwelle: Die schmalbandige
Mono-Tonqualität ist nichts für
den Hifi-Freund.
Störungen durch andere Stationen
und ein Rauschteppich, den zum Beispiel
Leuchtstoffröhren oder Elektrogeräte
in der Nachbarschaft erzeugen, beeinträchtigen
den Hörgenuss.

Empfangsversuche
lohnen insbesondere am Samstagabend und
Sonntagvormittag
im
48-m-Band: 6200 bis 6320 kHz,
im
76-m-Band: 3900 bis 3950 kHz
(nur abends).
Außerdem
tauchen gelegentlich Stationen im Bereich
um 5800 und 6400 kHz auf.

Im Laufe eines Jahres sind in Europa zwischen
150 und 200 Piratensender zu hören.
Einige fast
jedes Wochenende, andere nur ein- oder
zweimal in zwölf Monaten. Die meisten
Stationen stammen
aus den Niederlanden und Großbritannien.
In Deutschland gibt es 30 bis 40 aktive
Free-Radio-Projekte. |
Empfang
auf Mittelwelle
Auf der Mittelwelle dominieren die niederländischen Piraten.
Sie haben das Ende der Skala als ihre Spielwiese auserkoren. Auch
bei Stationen aus Griechenland und Serbien ist dieser Bereich beliebt.
Nach Einbruch der Dämmerung ist im Prinzip ebenfalls europaweiter
Empfang möglich.

180-m-Band:
1610 bis 1700 kHz |
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Empfang auf
UKW
Auf der Ultrakurzwelle sind normalerweise
nur Ortssender zu empfangen. Die Signale
reichen
bis zum optischen Horizont (Umkreis von
50 km). Deswegen gilt für Antennen
immer:
je höher, desto besser. Oft kann
schon ein Küchenradio zum Empfang reichen,
wenn
man in der Nähe eines Senders wohnt.
UKW-Piraten gibt es auch in Deutschland.
Oft blühen diese Projekte im Verborgenen,
weil zur Sicherheit nur Eingeweihte davon
wissen sollen. Aus diesem Grund lässt
sich
die Zahl der tatsächlich aktiven
Stationen
nicht sicher schätzen. Bekannt sind
aber drei traditionelle Piraten-Hochburgen
in Norddeutschland:
Ostfriesland (mit ca. 20 aktiven Stationen),
das Emsland (rund um Papenburg) und
die Grafschaft Bentheim.
UKW-Piraten-Frequenzen
in Ostfriesland:
95.1, 95.3, 105.2
und 106.1 MHz
Die Hobbystationen gehen vor allem an
den Wochenenden sowie an Feiertagen auf
Sendung.
Die Nähe zur Grenze spielt dabei
eine Rolle:
In den Niederlanden ist Ätherpiraterie
Volkssport. Mehrere hundert UKW-Piraten
sind dort aktiv. Aber auch in anderen
Ländern gehören illegale FM-Sender
zum Alltag, beispielsweise in London. |
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