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Was ist ein Piratensender?
Der Duden definiert kurz und knapp: ein "Rundfunksender ohne amtliche Zulassung". Kein Staat der
Welt lässt es sich nehmen, darüber zu entscheiden, wer auf seinem Territorium Radio machen darf
und wer nicht. Piratensender setzten sich seit Jahrzehnten über dieses behördliche Genehmigungs-
monopol hinweg. Die Hobbystationen aus der Free-Radio-Szene verfolgen allerdings nicht wirklich
politische Ziele. Sie spielen nur ein bisschen mit dem Feuer.

Bis in die 1980er-Jahre durften sich die Schwarzfunker als Pioniere sehen, die mit bescheidenen
Mitteln ein bisschen Bewegung in eine zementierte Rundfunklandschaft bringen wollten. Der Weg
in die Illegalität war eine Notwendigkeit mangels anderer Möglichkeiten, sich im wahrsten Sinne
des Wortes Gehör zu verschaffen. Damals wie heute geht es vor allem um Musik, um Unterhaltung
und um den Reiz, selbst einmal Radio zu machen. Für viele steht dabei die Technik-Bastelei im
Vordergrund. Und vielleicht auch der Kitzel des Illegalen. Was verboten ist, macht doppelt Spaß.

 
Selbstgebastelter Kurzwellensender mit ca. 15 Watt Leistung
Die Faszination des freien Radios
Free-Radio-Stationen nennen sich die Piraten gerne, und in ihrem Programmangebot zeigen sie sich unbekümmert frei von Konventionen. Das fängt bei der Musikauswahl an: Alles ist erlaubt und beliebig kombinierbar. Einzwängende Formatvorgaben fehlen, und ums massentaugliche On-Air-Design schert
sich niemand. Gerne gesellen sich Piraten zu Gesprächsrunden auf der Kurzwelle zusammen, um im
"QSO" ihre Empfangsmeldungen auszutauschen. Für die einen klingt das nach blutigem Dilettantismus,
für die anderen verfechten die Stationen eine Art von Radio, das noch handgemacht, ungeschliffen,
lebendig ist. Und das keinen Anspruch auf Perfektion erhebt.


Kurzwelle, Mittelwelle, UKW: Wann und wo kann man Piratensender hören?
Angepeilt und ausgehoben: Wer die Schwarzfunker verfolgt

  Antenne eines UKW-Piratensenders auf dem Dachgeschoss eines Hochhauses